wie kann man selbstwert begreiffen, wenn man erkannt hat, dass man nicht existiert? das man nichts ist. nichts substanzielles. als ego, bzw zeuge. nur eine reflektion ohne substanz. ein ort, sozusagen. eine perspektive.
ps: der beitrag ist als antwort auf einen foren thread entstanden.
das relative selbst ist nicht konstant, sondern ensteht im kontext und trägt zur welt bei, als resonanz zu der selben. es verdient keinen konstaten selbstwert, sondern einen an der welt und situation bemessenen. als empfidung würde ich ihn als freude bezeichnen. zur welt beitragen zu können, wenn man es kann, bereitet freude.ein dazugehöriges wertesystem ist bestandteil der welt.
wenn man einmal nichts wertvolles zur welt beizutragen hat, dann ist man oft mit forderungen konfrontiert. inneren und äußeren stimmen ist "nichts" nicht gut genug. forderungen begründen einen negativen wert. in BWL nennt man negative werte "Soll". negativer wert ist emotional nicht durch positiven wert auszugleichen. das wäre logisch nicht möglich.
werte sind ja nicht numerisch. (wenn ich ein mörder wäre, wäre das nicht dadurch gut gemacht, dass ich zum bruttosozialprodukt beitrage.) zwar sind mache menschen scheinbar logikresistent, aber ihre unlogische angabe von bedingungslosem selbtwert (als gegenmittel gegen unterstellungen von negativem wert) bleibt instabil, denn gefühle sind in wahrheit auch logisch. wer einen diffusen bedingungslosen wert einfach so behauptet ist innerlich immer am kämpfen.
wegen meiner neigung zu logischer kohärenz (man glaubt es nicht) waren derartige kämpfe für mich immer verloren, bevor sie angefangen haben.
der negative wert (die berechtigung von forderungen) kann aber dekonstruiert werden.
und das ist (leider erst dann) möglich, sobald man die bedeutung und somit den wert von authentizität in der welt verinnerlicht hat. wenn man begreift, dass unauthentische beiträge, welche forderungen erfüllen sollen, in der welt letztendlich mehr schaden anrichten, als nutzen. sie machen die welt zu einer illusion, da sie ein betrug sind. masken. schall und rauch.
dann werden forderungen ungültig. entweder in mir ensteht "von selbst" ein beitrag, oder eben nicht. das ist eine naturgewalt. abgesehen von betrügereien gibt es nichts, was einen negativen wert haben könnte. man kann nur etwas einfordern, das existiert. nur betrügereien würden eine forderung berechtigen, nämlich die nach authentizität.
es braucht immer noch so etwas wie selbst-vertrauen, vertrauen darauf, dass die vom selbst kommende authentische resonanz auf die außenwelt nicht völlig falsch ist. denn man kann ihren wert, im sinne von irgend einem wertesystem nicht immer augenblicklich absehen, da man sie selbst überhaupt erst im nachhinein kennen lernt. selbst-vertrauen kann aber genau darum nicht als selbst-wert bezeichnet werden. es ist irrational. "wert" ist rational.
für jemanden der erwacht ist, käme an dieser stelle aber keine vertrauens frage auf, sondern es besteht von vorne herein gewissheit.
es gibt nur den introspektiv evidenten meta-wert, der kategorisch unterscheiden kann, aus welchen anteilen ein impuls kommt (aus dem tiefem/ungeteiltem selbst, aus dem schatten, aus dem betrügerischem verstand usw) und sie anhand ihrer herkunft bewertet.
wie kann man das unbekannte aus dem ungeteiltem selbst kommende zulassen? wie für eine solche fahrlässigkeit die verantwortung übernehmen? das war mir immer ein rätsel, während alle anderen sich wie doof "gehen" ließen. vielleicht in dem man sieht, dass das selbst einen nichts angeht, weil es nicht zu einem selbst gehört, sondern zur welt.
selbst-wert gefühl = fühlen, dass das selbst zur welt gehört. zugehörigkeits gefühl. das kenn ich doch irgendwoher.
"soll die welt den salat ausbaden, den das selbst verbrockt.*"
naja, so formuliert hört es sich absurd an. als ego darf man so nicht denken, sagt mein ego. man kann als ego nicht den rechtsanwalt des ungeteilten selbst miemen. jedenfalls kann man ihm kein guter anwalt sein. denn man kann keinem bewertungskriterium (wie diesem soebem formuliertem gesetz*) die höchste priorität verleiem, ohne die kontrolle kategorisch dem ego zu übergeben. das leben in der welt, als teil der welt, macht eine gewissen "unbewusstheit" erforderlich. unbewusstheit im sinne von "sich nicht dauernd mit der frage von recht und unrecht beschäftigen"
der handelnde ist immer gewissenlos. so ähnlich hat es göthe formuliert.
zuletzt noch ein hinweis auf den holistischen aufbau der welt, der an den ersten absatz anknüpft. das selbst ist bestandteil der welt. wenn das selbst (nur) für sich selbst da ist, dann ist es schon für die welt da. nicht die welt außerhalb vom selbst, aber für die welt innerhalb vom selbst. die gillt genauso. zb hat denken einen soliden wert relativ zur eigenen intelligenz. darum ist die freude des für die welt daseins beinahe bedingungslos. die eine bedingung ist, dass man sich dasein lassen muss. verdrängt man sein selbst, ist es aus mir der freude.
| selbstwert ohne selbst? | Sonntag, Dezember 18, 2011 |
16 kommentare:
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Was bedeutet es, das Selbst zu dekonstruieren, es als "nicht existent" zu entlarven?
AntwortenLöschenGanz zuvorderst ist es eine Entzauberung. Das Selbst existiert in einem großen Sinne nicht:
Es ist keine Entität, kein "Ding", keine "Person".
Es ist so etwas wie ein Abbild, eine holographische Projektion einer Ganzheit, die sich aus den physikalisch-biologischen Grundlagen Deines Gehirns entwickelt hat.
Herausemergierte.
Bzw.: dich in den permanenten Zustand einer außergehirnlichen Erfahrung versetzt, die nur im traumlosen Tiefschlaf stoppt: Dort wird das Selbst(bewusstsein) schlicht abgeschaltet und mit ihm die komplette Welt, die sich in Dir als Realität abbildet.
Ich frage mich jetzt, ob die Qualität (der Wert) eines nicht-als-Entität-aber-definitiv-erfahrbaren-Selbst (Ich als Ganzheit als Teil einer größeren Ganzheit, in der ich anderes als Ganzheit wahrnehmen und mit ihm interagieren kann) unter diesem Wechsel der Beschreibung tatsächlich leiden kann?
Wie so oft lassen sich mehrere Wege denken, von dem der eine in die völlig desillusionierte (Illusionen existieren ebenfalls nicht, denn es ist ja niemand da, der sie produzieren könnte ...) Resignation, den totalen Naturalismus führen mag, auf dem alles seinen Wert verliert und nichts sich mehr lohnt ... oder in den Kampf FÜR diese gewonnene Offenheit, einen Weg, der über die totale Dekonstruktion jedweder Mystik im Gedanken an das "Selbst" erkennt, welche Schranke hier fällt, welche Möglichkeiten auch spiritueller Art sich hier ergeben.
***
Stopp hier. Zufall oder nicht, meine Gedanken kreisen gerade sehr um das Thema "Selbst" und "Bewusstsein". Es mag daher sein, dass ich nicht auf das Eigentliche eingegangen bin, was Dich zu dem Beitrag trieb (ich habe auch nicht alles verstanden), sondern dass Du nur ein Abbild meines eigenen Tunnelblicks in Deinen Tunnel schweifen siehst. ;)
Sei's drum: Liebe Grüße!
hallo morgaine
AntwortenLöschen>Was bedeutet es, das Selbst zu dekonstruieren, es als "nicht existent" zu entlarven?
es ist eine mögliche perspektive die real ist, in dem man sie erkennt. nicht anders als alle anderen perspektiven.
es geht es bei dieser perspektive nicht um ausschluss anderer perspektiven. aber man ist dorthin gekommen auf dem weg einer mehr oder weniger subtilen differenzierung.
insofern bedeutet diese perspektive, dass minder-differenzierte perspektiven keine glaubwürdigkeit mehr haben.
das naive "ich bin dies und das" ego kann nie wieder absolut glaubwürdig sein (obwohl es immer vorstellbar bleibt, oder bei gelegenheit erleb-bar, während man in alte perspektiven einsteigt).
in punkto glaubwürdigkeit geht es jetzt nur noch nach vorne (im kreislauf) weiter: vom zeugen richtung nondual.
erst auf diesem weg werden andere perspektiven ("sein"/ich bin alles, etc) wieder in die ehrliche "glaubwürdigkeit" integriert.
falls man meinen text aus nondualer perspektive ließt, könnte man also zu recht meinen, dass meine perspektive bedeutet, dass ich mich gegen nondualität wehre (diese hat selbst-vertrauen als gewissheit, schrieb ich ja), aber soweit bin ich noch gar nicht. ich pendle noch zwischen egoisch manifest und kausal rauf und runter, somit vertrete ich meinen vordersten schritt, mit dieser kausalen perspektive, die ich im ersten satz (ich existiere nicht) verkünde.
ich würde für alles das nicht das wort dekonstruktion verwenden, denn, insofern die veränderte perspektive irgendwelche personalen konstrukte berührt, tut sie dies ganz passiv, diese durch-schauend. der aufstieg in den zeugen ist keine dekonstruierende verstandestätigkeit. jetzt wiederspreche ich mir fast, denn gerade sprach ich von subtiler differenzierung. kommt drauf an ob ich aus alltäglicher erfahrung oder aus drogen erfahrung berichte.
der wert gehört zur welt, zusammen mit dem selbst. er ist nicht weg-dekonstruiert. nur ist es für mein "empfundenes ich", das eigenschaftlose ego, bzw den zeugen, nicht glaubwürdig diesen wert auf sich zu beziehen.
dh, man findet darin nicht mehr den gewohnten halt. wenn das ego wieder in selbst-wert einsteigen wollte, dämmert ihm: gerade steige ich in illusionen ein, verliere mich in der relativität bzw vielheit und gleich stehe ich meinem schatten hilflos gegenüber. so betrachtet kann man vorm selbstwert regelrecht angst bekommen. nicht vorm selbst-wert als tatsache, sondern vorm selbstwert als empfindung in die man einsteigt. "ich" bin wert ...
anders der kausale zeuge an der kante zur nondualität: er steigt nicht wieder in den selbst-wert hinein, sondern er "stirbt" in das selbst-vertrauen hinein.
ich möchte nochmal dazuschreiben, auch wenns für vertraute leser auf der hand liegen dürfte, dass mein eigenschaftloses ego/mein zeuge immer so ein misch-wesen ist, denn mein kognitiver zustand ist nicht kausal ("kausal" ist der level des zeugens), sondern egoisch manifest, vllt subtil. aber was für mich glaubwürdig ist, ist durch die kausale perspektive geprägt. darum muss ich mit der mischung leben. der kausale zeuge kann keine angst haben, er hat keine eigenschaften. aber auf dem weg dahin ist das ego noch mit minimalen eigenschaften verschmolzen. anhaftung, abneigung, ganz abstrakt.
Kannst Du was mit dem Begriff "kontraintuitiv" anfangen - alternativ fürs "dekonstruierend"?
AntwortenLöschenEs ist das, was der Zeuge macht, wenn er erkennt, dass die bisherigen, intuitiv als wahr eingenommenen Perspektiven unzureichend sind und dass es - sollen die vorhandenen, integrierten (und somit intuitiv gewordenen) Perspektiven evolviert werden - nötig ist, sich gegen die Intuition zu bewegen, gegen die Intuition zu denken, gegen das, was sehr tief als wahr, richtig und real etabliert ist.
Das ist angsteinflößend, und auch mit dieser Intuition hat der Zeuge zu kämpfen. (Denn die Angst konstruiert sich wohl hauptsächlich aus einer _intuitiven_ Abwehr gegen Bewusstseinsumbrüche, weil sie eine Bedrohung für das sensible Hologramm darstellen, das sich so mühsam entwickelt hat, um uns in der Welt aktionsfähig zu halten.
Ich nehme Deine Antwort mit in Introspektion - wenn etwas dabei rumkommt, von dem ich glaube, dass es Dich interessieren könnte, lasse ich es Dir hier.
hehe, srry das wort kontraintuitiv find ich ja noch viel schlimmer. ich weiß, im englischem wird das wort counterintuitive oft so verwendet. aber ich mag es nicht, nämlich weil einer der wichtigsten funktionen der intuition in meiner welt das vorherahnen von zukünftiger entwicklung, von über-bewusstem ist. also ist mein text hier in dem sinne intuitiv. bzw das was ich inneren lehrer nennen würde ist intuitive. die intuition die ich meine ist counter-common-sense. (am liebsten würde ich darum 'dein' counter-intuitive als "entgegen dem gemeinsinn" übersetzen)
AntwortenLöschenhm... naja die stufen (oder perspektiven) von gestern sind vorgestern die 'stufen von morgen' gewesen. insofern kann man die stufen von gestern vielleicht doch auch intuitiv nennen.
wie wäre es mit ent-täuschend?
okay du magst den begriff illusion nicht.
ich kenne ja selbst diese advaita freaks die mit ihrem neti neti irgendwie zu weit gehen, ideologisch, im ausdruck bzw denken. geht mir auch auf den keks. ich hoffe ich komme nicht so rüber. dieses "ich existiere nicht" fühlt sich für mich ganz natürlich an, es ist keine ideologie. ich glaube das ist auch ein mann-frau ding. (die meisten) frauen sind mit dieser formulierung nie einverstanden. aber das macht sie für mich nicht un-zu-treffend.
hm, da kommt mir in den sinn, dass frauen nicht nur das ego anders begreifen, sondern vielleicht auch die intuition, nämlich als absteigend. so formuliert du es irgendwie. als ob intuition für dich das umarmende wahr-nehmende durchdringende verschmelzende anstrebt und der zeuge dem natürlich total entgegen steht. agape geht ja nochmal über kommon sense hinaus, oder sollte ich hinab sagen. common sense ist einfach "ich bin meine persönlichkeit" aber agape kann im extremfall bis ins animistische verschmelzen mit der natur gehen.
oder ich lese dich ganz falsch. ich hab da grad ein bisschen geraten.
mein beitrag hier war übrigens eine antwort auf einen thread, der von einer frau erstellt wurde. sie ist aber nicht so der agape typ, glaube ich. ihre formulierung der frage war: "woher ziehen wir unser Selbstwertgefühl, wenn wir davon ausgehen, dass ICH eine Illusion ist, somit alles was es an "Leistungen" erbringt/erbracht hat gar nicht auf unserem Misst gewachsen und lediglich Vorstellung ist/war?"
AntwortenLöschenInteressant. Du würdest aus dieser Perspektive heraus (ist es Deine gerade bevorzugte oder versuchst Du, die meine einzunehmen? ;)), wenn ich es richtig verstehe, also common sense und Intuition gegenüberstellen, polarisieren (Intuition = counter-common sense), differenzieren?
AntwortenLöschenIch würde common sense als einen Teil der Intuition beschreiben, die ich meine.
Ent-täuschen wäre (Bis auf die Sache mit der täuschenden Entität) synonym zu verwenden für counter-intuitiv, und diese Intuition ist durchaus auch eine, die zukünftige Entwicklungen weiß und innerer Lehrer ist.
Intuition ist eine Sache des Egos.
Dein Ego bildet sich aus allem, was sich innerhalb deines Tunnels virtualisiert.
Zu Beginn der Bewusstwerdung sind „common“- und „self“-sense nicht getrennt. Du nimmst das, was dir deine Eltern und die ganze Welt sagen, als deines an, denn dir ist noch nicht bewusst, dass sich ihr Tunnel von deinem unterscheidet, sie SIND dein Tunnel.
Irgendwann etablieren sich das Selbst und später der Zeuge als Omega-Punkte.
Um den Zeugen zu erreichen, muss dein Selbst stabil sein.
Das heißt, es muss sich definieren, und Definition geht auch durch Abgrenzung.
Du bildest quasi Tunnel innerhalb deines Tunnels – denn letztlich bleibt alles virtuell, egal ob es von außen oder von innen kommt: Du bildest all das in deiner Ganzheit ab, du kannst weder „etwas“ nach außen projezieren noch „Dich selbst“ aus der Ganzheit entfernen, und was auch immer „von außen“ beeinflusst, IST bereits INNEN.
Die beiden Tunnel – extern und intern – sind wiewohl sehr mächtig und schwer zu countern, sie ziehen ganz stark in ihre jeweilige Richtung und je nachdem, ob du deine Intuition eher im common suchst oder im self findet eine entsprechende Identifizierung statt.
(Zeitweilig pathologisches Selbst-Bewusstsein a la „ICH bin die letztlich maßgebliche Instanz und ICH vertraue nur MIR“ lässt sich durch einige Tricks neutralisieren, die aber eventuell bereits früher (im mythischen Bewusstsein) integriert werden müssten, damit sie später einen _intuitiven_ Wachstum, eine intuitive Entwicklung auslösen können. Ansonsten bleibt nur die counter-intuition. Klarer? Man müsste in der Hinterhand immer ein virtuelles Bild einer Entität haben, an der man sich nach oben orientieren kann. Das Ego taugt dazu nicht, weil es sich als Entität im Kreis drehen würde.)
Und durch den Zeugen hindurch scheint bereits das nächste, das nonduale Omega, das all deine Tunnel pulverisiert und im Bewusstsein weiterlebt, dass es selbst im bewussten Zustand nie aus seinem Tunnel heraustreten kann (in die „Wirklichkeit“), weil da nichts ist, was treten könnte (usw.).
„Das Ego zu überwinden“ wäre also in der Tat eine Scharlatanbehauptung, noch Spiegel einer stabilen Virtualität ohne Risse.
Denn das ist es, was letztlich auf einer vollkommen unbeschreiblichen Ebene passiert: Schmerzhafte Risse quer durchs Ego schaffen eine Offenheit, durch die Welt/Wirklichkeit/Einsheit vortreten kann, einfließen, den Tunnel nicht zerstörend, aber … inspirierend.
Keine Ahnung, ob das nachvollziehbar ist. Nunja.
Agape wäre in dem Sinne übrigens kein alles Umarmen und Verschmelzen, sondern ein Öffnen und Einlassen.
AntwortenLöschenPassiv.
Ich steige nirgendwo hin, ich bleibe genau da stehen, wo ich bin und _öffne_ mich.
ja ich glaube wir haben uns richtig verstanden im bezug auf unsere unterschiedlichen deffinitionen. es gibt ja keine richtigen oder falschen deffinitionen man muss nur wissen, was man meint *g*
AntwortenLöschengerade zum wort intuition gibt es besonders viele deffinitionen. das wird immer so sein, denn 98% des menschlichen zustandes sind irgendwie irrational und stehen somit unter dem verdacht, etwas mit intuition zu tun zu haben ;)
hier zwei mögliche übersetzungen von common-sense:
mein "gemeinER-sinn" (als gegensatz zu meiner intuition) beinhaltet übrigens deinen "gemeinDE-sinn" und deinen "selbst-sinn, ob die beiden nun differenziert wurden oder nicht. mein gemeinER-sinn wächst (ganz von alleine - und das würden manche schon intuitiv nennen, aber ich nicht) aus der sensorischen wahrnehmung, der art und weise alle objekte (einschließlich des selbst) so zu begreiffen wie sie sich offensichtlich darstellen. dein gemeinDE-sinn währe ein etablierter durchschnitt (normalität) all dieser erfahrungen mit offensichtlichen/scheinbaren objekten.
meine "intuition" vermutet nun hinter diesen offensichtlichen objekten oder trennungen des gemeinEN-sinnes gegenläufige objekte oder trennungen, die das offensichtliche überschreiten oder zusammen fassen. sie denkt: "was scheinbar/offensichtlich ganz erscheint muss zerlegbar sein, was offensictlich getrennt erscheint muss auch irgendwie miteinander zu tun haben." und visualisiert entsprechend.
aber genug deffinitionen jetzt. ich meine, das ist ein endloses thema. man kann alles beliebig segmentieren.
Deine Tunnel metapher erschließt sich meiner visualisation übrigens nicht so recht. aber ich versteh deine sätze, wenn ich innen und außen für "externer und interner tunnel" einsetze.
eine andere sprache, für die selben aussagen wäre: das offensichtliche/scheinbare "außen" besteht aus eigentlich inneren "objektrepräsentationen", das offenslichtlich/scheinbar "innere" aus ebenso-inneren "selbstrepräsentationen".
wenn aus nondualer perspektive alle repräsentationen als INNEN lokalisiert werden, ist über ihr funktionales verhalten allerdings gar nichts ausgesagt. bzw es verändert sich deswegen nichts.
wenn ich eine selbst-repräsentation für eine objekt-repräsentation halte (also scheinbar nach "außen" projeziere) dann entgeht mir der 'zugang zur kontrolle', welcher bei selbstrepräsentationen gegeben ist ist, nicht aber bei objekt-repräsentationen. zu dem funtkionalem oder agentem kern, von echten objekt-repräsentationen, also dem ort ihrer kontrolle, hat niemand je zugang.
dieser "zugang zur kontrolle" ist meinetwegen nur eine erfahrung. wenn man die erfahrung "abkauft" dann scheint "man" kontrolle zu "haben", bzw man ist IN kontrolle.
freier wille. jedenfalls macht man diese erfahrung nicht mit allen objekten, sondern nur mit selbst-repräsentationen. soweit fasse ich nur die ganz normale (duale) menschliche erfahrung in komische wörter. Lorem Imposum. Sprach beispiel.
du schreibst: < --- "(Zeitweilig pathologisches Selbst-Bewusstsein a la „ICH bin die letztlich maßgebliche Instanz und ICH vertraue nur MIR“ lässt sich durch einige Tricks neutralisieren, die aber eventuell bereits früher (im mythischen Bewusstsein) integriert werden müssten, damit sie später einen _intuitiven_ Wachstum, eine intuitive Entwicklung auslösen können. Ansonsten bleibt nur die counter-intuition. Klarer? Man müsste in der Hinterhand immer ein virtuelles Bild einer Entität haben, an der man sich nach oben orientieren kann. Das Ego taugt dazu nicht, weil es sich als Entität im Kreis drehen würde.)" --- >
AntwortenLöschenich glaube dein virtuelles bild einer eintität (ich würde sagen holistische zusammenfassung) entspricht einem intuitivem objekt nach meiner deffinition, einem intuitivem weltbid, in denen offensichtlich/scheinbar sepparate objekte von vorne her als solche nicht besonders glaubwürdig sind, weil die intuition immer das dahinterstehende zusammenfassende sucht/erwartet/vermutet.
< --- "Ansonsten bleibt nur die counter-intuition. Klarer?" --- >
ähem. ich kann dich in meinen worten nur so verstehen. wenn einem schon auf mythischem level die intuition (das dahinter ahnende) ausgetrieben wird (oder einfach wenn man ihr typologisch abgeneigt ist), dann würde einen ein aufwachen aus der dualität später als große unverständliche überraschung überkommen, aber wenn man immer mit intuition (mit dem verborgenen zusammenfassendem weltbild) gelebt hat, dann erlebt man aufwachen als ... naja weniger überraschend.
oder du meinst: wenn jemand in einem sehr konventionellem naheliegendem materialistischem/sensorischem weltbild denkt (du hattest das ja intuitiv genannt), in einem weltbild aus scheinbar/offensichtlichen objekten, dann müsste er sich von diesem radikal abwenden ("neti neti" bis zum abwinken, vielleicht), wollte er aufwachen.
in worten, bzw in sprach-objekten:
AntwortenLöschenmeine perspektive, mit "intuitiven objekt begriffen":
dual: "ich existiere nicht. mein relatives-selbst gehört der existenz. existenz ist nichts"
das ist es nur ein kleiner sprachlicher sprung zu nondualem Sein: "das Nichts IST"
perspektive wie sie vom gemeinen sinn begriffen wird:
dual: "ich bin das relative selbst. ich bin nicht der rest der existenz" da braucht es einen großen sprachlichen wiederspruch zum nondualem: "du bist nicht das relative selbst, das DU ist (aus) SEIN (gemacht) und darum "(b)ist DU" existenz. existenz IST" ... es ist schwere objekt-akrobatik ein objekt namens "DU" (ego) in ein "SEIN" bzw in unbegrenzte ungeteilte "existenz" zu überführen.
ich denke, im bezug auf aufwachen als funktion macht alles das letztlich nicht den geringsten unterschied, es beschreibt nur, wie zwei menschen mit unterschiedlicher kognition das aufwachen unterschiedlich erleben/interpretieren/beschreiben würden. es sind zwei verschieden entworfene benutzer-schnittstellen (GUIs) für das selbe programm und das programm opperiert sowiso im autopilot.
gut, dass wir über NICHTS reden, nichts von bedeutung, sonst könnten all die vielen worte sehr anstrengend werden :p
schmerzhafte risse ... ja wer weiß, meine deffinition von intuition (als ein dem Offensichtlichen total engegen stehendes begriffsverständniss) enspringt ja meinem "schizoidem denken". was schizoid (funktional) bedeuten soll weiß wirklich kein schwein (das ist schon lustig). aber es könnte irgendwas was mit einem schmerzhaftem riss zu tun haben.
ich glaube, was dieser abnorme monolog hier deutlich macht, ist dass der verstand alles dieses Begreifen von der wirklichkeit und die dazugehörige sprache erzeugt hat und dass dieser verstand nicht aus sich selbst herauskommen oder treten kann und darum immer nur über sich selbst redet.
ob das gerede im spirituellem prozess (wieder so ein begriff) was bringt können wird glaube ich nicht beurteilen.
ob sich der sprung klein oder groß darstellt, es bleibt ein sprung, jenseits vom gerede.
die nonduale perspektive währe vermutlich, dass das gerede auch nicht schadet. nicht schaden kann. weil das ganze, von dem wir reden, jetzt schon da ist, auch wenn unser begriff davon nicht identisch ist, mit diesem ganzen und das auch niemals werden kann.
(das war der dritte und letzte teil meiner "antwort")
Hu, ich muss doch nochmal gucken, ob ich der Intuition nicht unrecht tat. :)
AntwortenLöschenDanke für diesen wunderbaren Monolog! Es ist eine Antwort, ganz ohne Anführungszeichen, eine irritierende, faszinierende - verwirrend und vertraut zugleich.
Muss ich mal drüber nachsinnen. :)
Ich lasse Dir einen Blumenstrauß hier, lieber nanook. Danke.
das leben ist zu kurz zum denken :)
AntwortenLöschenliebe leben
gruß schneewi
nanook, dass soll deine gedanklichen strukturen, konstruktionen, konzepte und erkenntnisse nicht entwerten. im gegenteil; ich bewundere dich und manchmal hilft es mir weiter. zumindest lädt es immer wieder zum nachdenken ein. nur manchmal habe ich den impuls bei dir vorbei zu schauen und zu sagen "leben ist zu kurz zum denken"
AntwortenLöschenwobei dass andererseits auch ziemlich vermessen ist... ich weiss ja von dir nur was du zeigst... das tut mir dann wieder leid.... gruß schneewi
Hi nanook,
AntwortenLöschenmeine Sicht auf deinen ersten Beitrag:
ersetze Selbstwert durch Selbstwertgefühl, als Beschreibung, in der Welt in Interaktion zu sein und sich angenommen zu fühlen. So würde ich das beschreiben.
Intuition wäre dem gegenüber das Wissen um "die Dinge", woraus auch immer sie bestehen mögen.
Das Goethe-Zitat finde ich putzig, denn: Interaktion mit der Welt und anderen Individuen bedeutet Sender und Spiegel zugleich zu sein. Drum entzieht sich auch der Handelnde der Kontrolle, die an sich ein Paradoxum ist. Es gibt sie nicht. Ohne Kontrolle, wie kann Verantwortung da existieren?
Gefühle sind an sich auch nicht zwingend logisch, nur innerhalb eines selbst konstruiertem Bezugssystems, auch Persönlichkeitsstruktur genannt. Für ein Individuum, ja, da müsste es diese Logik geben, allgemeingültig muss diese jedoch nicht sein.
LG
Any
Nondualer Ausdruck beinhaltet meiner Vermutung nach Verstand genauso wie Mythos, Magie, Integra...äh...lität, kurz alle möglichen Ausdrucksformen der diversen Bewusstseinsebenen.
AntwortenLöschenBevorzugt wird, was das Egi will ;) Oder man entscheidet sich für etwas anderes. Vielleicht auch je nachdem, wie tief man etwas ergründen will: Jeder hat seine eigene Sprach- und Denkheimat.
Ich fühle mich, wenn ich wirklich zum Kern vordringen will, in der mythologischen Sprache sehr wohl, bei nanook habe ich immer die Rationalität in Verdacht.
Die Intensität dürfte ähnlich sein, das Entwicklungspotential ebenso.
Das hat aber nichts damit zu tun, dass oder ob man sich nicht mit anderen Sprachen identifizieren könnte, sie vernachlässigt o.Ä.
Es ist ein Hilfmittel.
Genau wie das Ego.
Im integrierten Zustand kann eine Sprache genauso intensiv genutzt werden wie in der Zeit, in der sie durch ausschließliches Genutzwerden, durch totale Identifikation ins Vertrauen gezogen wird. Pre- und Trans-Verwechslungen sind programmiert.
Der Verstand ist also genauso wie mythologische/magische Metaphern eine Brücke :D in die Tiefe - also zu etwas, das ihm aufgrund einer neu entstehenden Bedeutungsvolligkeit den Fokus entzieht.
Jetzt hab ich es:
weniger bedeutungsvoll = grundlegender!
Schön, Dich zu lesen, Any :)
Hallo Any :) denke ich bin ungefähr einverstanden. hab nichts zu erwiedern.
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