ANNA

ich hatte diese videos früher schon mal eingebettet, aber heut möcht ich was dazu schreiben ...



der erste titel im video gleicht in etwa dem achtem titel im album von agelite "mercy of the living" bei welchem die tonqualität aber optimal ist. er heißt "Lord Have Mercy - Wir loben Dich, wir preisen Dich - Tebe poem  - Dobri Hristov". er ist etwas tiefer aber ähnelt sehr dem drittem titel auf dem selbem album: "Kyrie eleison - Gospodi pomilui - Anonym (13.Jhd.)" - beide weniger als 2 minuten lang.




ein soundtrack für die ewigkeit.

manche, zb jiddu krishnamurti, von dem ich ein fan bin, sagen nix gutes über kultur, weil sie nicht unmittelbar spirituell sei, dies aber vorgäbe und somit vom spirituellem ablenke. mag sein.

mir bekannte christliche (sinn)bilder und töne wie diese hier assoziere ich eh zuerst mit abstieg, mit erdung, mit der kraft, welche immerzu die welt erzeugt und beseelt, mit getrennten seelen. ich assoziere sie mit ewigkeit im sinne ewig langer zeit (samsara, wheel of suffering), nicht mit transzendenter zeitlosigkeit.

die angst (phobos) mag den abstieg überhaupt nicht. doch im abstieg verbirgt sich die eine hälfte vom herz, die phobos befreien kann. die andere hat er selbst.

für diejenigen von uns, die anhand ihrer perspektive (jetzt) im rad der ewigen wiederkehr gefangen sind, ist es sehr tröstlich und wertvoll, dass es den menschen in ihrer evolution gelungen ist, gemeinsame (intersubjektive) typisch menschliche emotionen zu erzeugen, wie die emotionen, die so ein altes lied aus dem 13ten jahrhundert wahrscheinlich bei jedem analphabeten auslöst, gemeinsame gefühle und sensationen, die uns getrennte seelen intersubjektiv, über distanzen hinweg, innerlich miteinander verbinden können - und dank der macht einer allgegenwärtigen kultur, wie der christlichen, nicht nur über räumliche distanzen hinweg, sondern über jahrhunderte hinweg.

wenn ich diese musik höre habe ich sofort das 'ich bin du'-feeling im bezug auf imaginäre sängerinnen die zb schon vor sieben hundert jahren gelebt haben und verstorben sind. genauso für die krieger die 500 vor christus durch die klingen stumpfer schwerter gefallen sind.

ich erlebe, meinetwegen 'nur' im traum (tagtraum), die ewige wiederkehr und mir ist unklar  - oder es ist einfach unterschiedslos - ob ich in diesem gefühl alle inkarnationen aller menschen, die je gelebt haben, in mir wieder erkenne, oder nur jene inkarnationen die mutmaßlich meine "eigenen" waren, falls es sowas wie 'eigene' inkarnationen gibt.

selbst diesen roten trachten-kleidern wurde von der kultur eine solche macht eingewebt, auch wenn diese intersubjektivität weniger weit verbreitet sein mag. ich meine die macht, die einsicht einer authentischen verbundenheit zu evozieren, parallel zu und unzusammenhängend mit einer eventuellen ethnozentrischen rollen-identifikation, die in trachten oft impliziert ist.

auf dem friedhof ist ein gedenkstein, von mehreren leuten, darunter von einer ANNA, die lebte 1736 und starb 1768. ich stellte mir sie in so einer roten tracht vor.

und der name ANNA ( "du bist von hinten wie von vorne A N N A" ) triggerte in mir im kontext von dieser kulturellen bilderwelt, begleitet von ein paar tränen des mitgefühls für ANNA persönlich, eine minivision von der ewigen wiederkehr :

DU BIST - von hinten wie von vorne.

egal wo du aus dem I-I heraus hinab in die zeit einsteigst, du landest immer in 'deinem' kleinem selbst, nicht im 'selben' aber im 'gleichen', in einer lebenden seele, die essenziell dadurch gekennzeichnet ist, dass sie existenzielle gefühle hat, bewusst oder traum-artig verschlüsselt, die sich nach ihrem zeitlichem ursprung und ihren zukünftigem schicksal fragt, nach ihrer bedeutung im ganzen, 'bedeutung' die eigentlich ein code-wort für 'berührung' ist, denn berührung ist auch sinn-machen, gemeinsam 'einen kreis schließen', eine seele die sich also nach berührung sehnt, in anderen oder im eigenem ursprung.


1 kommentare:

  1. " At the same time everyone and everything around me takes on the feeling of having been there always, and then forgotten, and then remembered again. We are sitting in a garden surrounded in every direction by uncultivated hills, a garden of fuchsias and hummingbirds in a valley that leads down to the westernmost ocean, and where the gulls take refuge in storms. At some time in the middle of the twentieth century, upon an afternoon in the summer, we are sitting around a table on the terrace, eating dark homemade bread and drinking white wine. And yet we seem to have been there forever, for the people with me are no longer the humdrum and harassed little personalities with names, addresses, and social security numbers, the specifically dated mortals we are all pretending to be. They appear rather as immortal archetypes of themselves without, however, losing their humanity. It is just that their differing characters seem, like the priest's voice, to contain all history; they are at once unique and eternal, men and women but also gods and goddesses. For now that we have time to look at each other we become timeless. The human form becomes immeasurably precious and, as if to symbolize this, the eyes become intelligent jewels, the hair spun gold, and the flesh translucent ivory. Between those who enter this world together there is also a love which is distinctly eucharistic, an acceptance of each other's natures from the heights to the depths. " Alan W. Watts - The Joyous Cosmology http://goo.gl/q1JHp

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